Chronik Rudolstadt

filialkirche schmerzhafte mutter

Aus der Geschichte der Filiankirche „Schmerzhafte Mutter“, Rudolstadt

Den Bau der katholischen Kirche in Rudolstadt verdanken wir dem Minister Herrmann von Bertrab (1818-1887). Er sorgte dafür, dass nach der Reformation wieder ein katholischer Priester nach Rudolstadt kam und dass eine katholische Kirche gebaut wurde. Der Entwurf des Kirchenbaus im neugotischen Stil stammte von dem Paderborner Dombaumeister Arnold Güldenpfennig.

1872 erfolgte die Grundsteinlegung und am 13. Oktober 1874 wurde die Kirche benediziert. Der für Rudolstadt zuständige Bischof Konrad Martin aus Paderborn befand sich damals – es war die Zeit des sogenannten Kulturkampfes – in Festungshaft und konnte die Kirch- weihe nicht vornehmen. Erst im Jahre 1882 erfolgte die feierliche Konsekration der Kirche durch Bischof Dr. Georg Kopp von Fulda. Für die damals kleine katholische Gemeinde war die Größe der Kirche ausreichend.

Aber durch die Industrialisierung wuchs die Einwohnerzahl der Stadt und damit auch die Zahl der Kirchenmitglieder. Zudem kamen nach dem Zweiten Weltkrieg auch viele Heimat- vertriebene hierher. Nun reichte der Platz in der Kirche nicht mehr aus für die große Zahl der Gottesdienstbesucher. Deshalb beschloss man, die Kirche zu erweitern. 1972 entstand der Anbau, die Eingänge wurden verlegt und der Altarraum neugestaltet. Der rechteckig gewölbte Chor und die spitzbogige Holztonne über dem Langhaus verschwanden. Die Kirche erhielt eine Flachdecke aus Holz. Besonders auffallend sind die Betonglasfenster. Sie wurden von Christoph Grüger aus Schönebeck entworfen und von der Fa. Lehmann aus Berlin Weißensee hergestellt. Die feierliche Konsekration der Kirche erfolgte durch Bischof Hugo Aufderbeck aus Erfurt am 13. Oktober 1974.
Die Orgel wurde 1978 von der Fa. Schönefeld aus Stadtilm angefertigt. Sie besitzt zwei Manuale und 12 Register. Im Kirchturm hängen drei Bronzeglocken. Die Glocke St. Bonifatius wurde 1926 in der Werkstatt der Gebr. Ullrich in Apolda gegossen. Sie wiegt 490 kg und ist auf den Ton a gestimmt. 2002 kamen die Glocken Mater dolorosa (784 kg) und St. Elisabeth (425 kg) hinzu. Sie wurden von der Fa. Albert Bachert in Bad Friedrichshall gegossen und sind auf die Töne fis und h gestimmt. Die Kirche trägt den Namen „Mater dolorosa“ – Schmerzhafte Mutter Maria.

Im Rahmen der Strukturreformen im Bistum Erfurt hat Bischof Dr. Joachim Wanke die Katholische Kirchengemeinde St. Marien, Rudolstadt, und die beiden Filialgemeinden St. Marien, Bad Blankenburg und St. Josef der Arbeiter, Rudolstadt-Schwarza, zum 01. Juli 2012 aufgehoben. Zum gleichen Zeitpunkt wurde die Kirchengemeinde St. Marien als Rechtsnachfolgerin neu gegründet. Zur Pfarrgemeinde gehörten seitdem die Pfarrkirche St. Marien, Rudolstadt, und die beiden Filialkirchen St. Marien, Bad Blankenburg, St. Josef der Arbeiter, Rudolstadt-Schwarza und die Friedenskirche in Königsee. Seit dem 1.1.2021 sind die Gemeinden der ehemaligen Pfarrei Rudolstadt nun Teil der neu gegründeten Pfarrei Corpus Christi Saalfeld.